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Stiftung Warentest Testbericht 2017

Im November 2017 sorgte ein Produkttest von Türschlössern der Stiftung Warentest für Furore, da Produkte und Marken, wie beispielsweise EVVA und KESO, welche unter Kennern für gute Qualität und Sicherheit stehen, mit „Ausreichend“ und „Mangelhaft“ bewertet und in einen Topf mit günstigen Baumarkt Zylindern geschmissen wurden. Wir von Wendt waren über dieses Ergebnis so verwundert, dass wir recherchiert haben. Die wichtigsten Ergebnisse haben wir hier kurz zusammen getragen.

Zunächst ist uns aufgefallen, dass zu Beginn des Artikels nur von Einbrüchen von Mehrfamilienhäusern gesprochen wird. Dort ist auch tatsächlich der Fall, dass fast jeder zweite Einbruch über die Eingangstür geschieht. Dies liegt aber oft nicht an den Zylindern, sondern daran, dass sich günstige Wohnungseingangstüren einfacher öffnen lassen und Täter sich oft auch nur über die Wohnungseingangstüre Zugang verschaffen können. Bei Einfamilienhäusern verschaffen sich bei nur ca. 10 % der Einbrüche Täter Zugang über die Wohnungstüre. Bei über 80% der Einbrüche bei Einfamilienhäusern geschehen die Einbrüche über die Fenster. Die vom Stiftung Warentest getesteten Einbruchsmethoden Bohren, Ziehen und Picken machen laut GDV Statistik nur 5% der verwendeten Werkzeuge bei Einbrüchen aus.

 

Beim Picken war es den Testern der Stiftung Warentest lediglich möglich einen einzigen  Baumarkt Zylinder zu öffnen. Dies kann bei dem im Test verwendeten Zylinder durchaus möglich sein. Trotzdem wird EVVA beim zerstörungsfreien Öffnen mit einem „Befriedigend“ bewertet. Dies wirft natürlich einige Fragen bei uns als Fachleute auf. Jedoch wird diese Abwertung damit begründet, dass der Zylinder gezogen wurde, obwohl es eine eigene Rubrik für das Ziehen gab. Dass der Zylinder dem Ziehversuch nicht stand hielt führte ebenfalls zur Gesamtabwertung des Zylinders und der Note „Mangelhaft“. Jedoch wurde hier bereits im Vorfeld der Fehler begangen, dass das Produkt keinen Ziehschutz aufwies und dennoch darauf getestet wurde.

Keso erhielt für seinen Keso 8000 Omega überall sehr gute Note, jedoch wurde das Produkt in der Rubrik der Kennzeichnung mit einem „Mangelhaft“. Obwohl laut Stiftung Warentest dieses Prüfkriterium 5% der Gesamtnote ausmachen solle, führt dies zur Abwertung von einem „Sehr Gut“ auf ein „Ausreichend“.

Sicherungskarte kein Kopierschutz

Eine Sicherungskarte ist kein Kopierschutz. Einfache Zylinder mit Sicherungskarte lassen sich mit speziellen Fräsmaschinen wie beispielsweise der Easy Entry auch ohne Vorlage der Sicherungskarte kopieren. In Deutschland ist dies sogar erlaubt und wird auch von zahlreichen Schlüsseldiensten und Sicherheitsfachunternehmen praktiziert, bei welchen sich eine solche Maschine im Maschinen Fuhrpark befindet.

 

Unser Fazit:

Für uns macht es den Anschein, dass die Prüfer und die Einkäufer von Stiftung Warentest im Vorfeld nicht sauber genug recherchiert haben. Somit wurden qualitativ hochwertige Produkte fälschlicherweise abgewertet. Es wäre besser gewesen, wenn sich die Prüfer anonym im Fachhandel hätten beraten lassen. So wären diese Fehler vermeidbar gewesen. Ebenso sind nach unserer Auffassung die Prüfkriterien unsauber ausgearbeitet. Es darf nicht sein, dass aufgrund eines Prüfkriteriums, welches nur einen Bruchteil der Gesamtnote ausmacht, ein ganzes Produkt um 3 Noten verschlechtert wird.

Darüber hinaus halten wir es für nicht richtig, günstige Baumarkt Produkte mit hochwertigen Zylindern zu vergleichen. Hier wäre es eleganter gewesen Preiskategorien zu nutzen und für jede Preiskategorie einen eigenen Test durchzuführen.